Unser täglich Brot: We feed the World 4/4
     
Und vergib uns unsere Schuld
    
    
Und am Sonntag - in der Kirche - beten die satten Christen in den Industriestaaten,
ohne noch großartig darüber nachzudenken, welche tiefe,
grundlegende Bedeutung ihre Worte ursprünglich eigentlich haben:

     
"Unser tägliches Brot gib uns heute
Und vergib uns unsere Schuld"
  
  Seit ich den Film zum ersten Mal gesehen habe, erscheinen bei diesen beiden Zeilen aus dem "Vater Unser" immer wieder die
  Bilder aus "We feed the World" vor meinen Augen:
     
Bilder der Berge aus Brot, die täglich in der Müllverbrennung von Wien entsorgt werden.
Und Wien wird diesbezüglich wohl kaum die Ausnahme, sondern eher die Regel sein ...

    "Die Weltlandwirtschaft könnte problemlos 12 Milliarden Menschen ernähren.
     Das heißt, ein Kind, das heute an Hunger stirbt, wird ermordet."
    
     Jean Ziegler
    
       (2000 bis 2008 UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung)

Ist es nicht ein bisschen viel verlangt von unserem Vater, wenn er uns - seinen statten Kindern
- Sonntag für Sonntag eine solche, tagtäglich wiederholte Schuld vergeben soll, während anderenorts gleichzeigtig Tag für Tag hunderttausende seiner anderen Kinder - um bei dem Bild zu bleiben: Unsere Brüder und Schwestern - am Hunger sterben?